Untersuchung von Raumladungseffekten
in intensiven Schwerionenstrahlen
Diplomarbeit von Patrick Jöckel, Institut für Angewandte Physik,
Technische Universität Darmstadt, 1997
Zusammenfassung
Zur Erzeugung dichter Plasmen in Festkörpern mit Hilfe intensiver
Schwerionenstrahlen ist es notwendig, den Teilchenstrahl
für die Dauer eines gesamten Strahlpulses auf einen
möglichst kleinen Brennfleck zu fokussieren, um eine
ausreichende Energiedichte zu erhalten. Dieser zeitlich stabilen
Fokussierung setzt bei hohen
Strahlintensitäten die Raumladung des Strahls
aufgrund der Strahlpulsstruktur eine prinzipielle Grenze.
Für die Entwicklung neuartiger Fokussiersysteme mit dynamischer
Raumladungskompensation ist die Kenntnis der Strahldynamik in Fokussiersystemen
von entscheidender Bedeutung.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Untersuchung des
Einflusses
der Raumladung auf die Dynamik des Strahls bei der Fokussierung mittels
linearer Fokussiersysteme (Quadrupolfokussierung).
Auf der Basis eines von Kapchinskij und Vladimirskij erstmals vorgeschlagenen
Modells (KV-Modell) wurde ein Simulationsprogramm entwickelt,
das Vorhersagen über die Veränderung des Strahlquerschnitts für
einzelne Strahlpulse (Bunche) erlaubt.
Die Ergebnisse von ausgewählten Modellrechnungen werden vorgestellt.
An einem 27-MHz-RFQ-Beschleuniger
(He+, Ekin= 17.6 keV/u,
Imax= 0.8 mA)
wurde ein Fokussierexperiment aufgebaut.
Der experimentelle Aufbau wird vorgestellt und die damit verbundenen
Messmöglichkeiten erläutert.
Für die zeitaufgelöste Diagnose des Strahlquerschnitts
wurden zwei Messmethoden mit unterschiedlichen Kamerasystemen
erprobt.
Die Ergebnisse von ersten Messungen an Strahl-Makropulsen (über
mehrere Bunche integriert) werden vorgestellt und
der Vergleich der experimentellen Ergebnisse mit den Modellrechnungen
diskutiert.