 |
Forscher untersuchen Aerosolpartikel
Messkampagne auf dem Taunus-Observatorium
|
| |
|
Um
die Wolkenbildung besser zu verstehen, untersuchen Max-Planck-Forscher
zurzeit mit neuen Messgeräten die Aerosolpartikel in der Atmosphäre.
Die Messkampagne innerhalb des Projektes FACE (Feldberg Aerosol
Characterization Experiment) auf dem Taunus-Observatorium auf dem
kleinen Feldberg Läuft noch bis zum 1. August 2004. Ziel des
Forschungsprojekts in Zusammenarbeit mit der Universität Frankfurt ist
die Charakterisierung der Aerosolpartikel in der Atmosphäre, die
Untersuchung der Entstehung von Wolkentröpfchen sowie die Erprobung
neuartiger Messgeräte.
Aerosolpartikel verändern das Klima
Wolken- und Aerosolpartikel spielen eine wichtige Rolle in der
Atmosphäre. Sie beeinflussen die Strahlungsbilanz der Erde und stellen
Oberflächen für heterogene Reaktionen dar. Antropogen erzeugte
Aerosolpartikel können das Klima auf zweierlei Weise verändern: Durch
den "direkten" und den "indirekten" Effekt. Unter dem direkten Effekt
versteht man die Streuung und Absorption der einfallenden
Sonnenstrahlung durch die Aerosolpartikel. Dieser Effekt führt in
erster Linie zu einer Abkühlung der Atmosphäre, ist jedoch aufgrund der
kurzen Lebensdauer von Aerosolpartikeln und ihrer lokalen Verbreitung
regional sehr unterschiedlich und daher weit davon entfernt, den
Treibhauseffekt zu "kompensieren".
Andererseits vermuten Forscher, dass der Rußanteil aus der Verbrennung
fossiler Brennstoffe durch seine hohe Absorption zu einer Erwärmung der
Atmosphäre führen könnte. Der indirekte Effekt beschreibt die
zusätzliche Bildung von Wolkenkondensationskeimen und die Bildung
zusätzlicher Wolkentröpfchen. Bleibt der Wasserdampfgehalt der
Atmosphäre konstant, müssen die entstehenden Wolkentröpfchen kleiner
sein als vorher, was zu einer Änderung ihrer Strahlungseigenschaften
führt. Die Größe und die chemische Zusammensetzung der Aerosolpartikel
bestimmt, ob ein Partikel bei bestimmten Umgebungsbedingungen (relative
Feuchte, Temperatur) als Wolkenkondensationskern wirkt, also Wasser
anlagert und auf mehrere Mikrometer anwächst.
Bessere Wettervorhersagen?
Um die Wolkenbildung besser zu verstehen und damit auch die
Niederschlagsvorhersage zu verbessern ist die Kenntnis all dieser
chemischen und mikrophysikalischen Parameter der Aerosolpartikel
notwendig. Diese Parameter zu erfassen, neue Messgeräte hierfür zu
erproben, und die gewonnenen Daten als Eingangsparameter für Modelle zu
verwenden, ist Ziel der FACE-Messkampagne. Zu den Messinstrumenten
gehören ein Prototyp eines Aerosolmassenspektrometers, ein neuartiger
Aerosolpartikelzähler und ein Wolkenkondensationskernzähler. Etwa 15
Wissenschaftler, Doktoranden und Diplomanden werden dazu drei Wochen
lang eine Vielzahl modernster Messinstrumente auf dem kleinen Feldberg
(830 m) installieren und betreiben. |
| |
| (idw - Max-Planck-Institut für Chemie,
20.07.2004 - DLO) |
|
| |
Artikel
drucken |
|
|
|